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Kolumbien
Kolumbien, das Land, das nach Christoph Kolumbus (1451-1506) benannt ist, obwohl er das Land selbst nie betrat.

Wenn man heute an Kolumbien denkt, denkt man weniger an ein Reiseziel, als an einen politischen Brennpunkt, der durch die jahrelangen Übergriffe der Guerillakämpfer in den Schlagzeilen ist. Das ist schade, denn Kolumbien besitzt eine unheimlich schöne Landschaft. Der tropische Regenwald, die Berge und Strände sowie nette Städte - die ideale Vielfalt für Reisende. Trotz der in einigen Landesteilen immer noch brisanten Situation, die im Land herrscht, sind Besucher des Landes oft überrascht, wie normal das tägliche Leben der Einwohner ist. Dennoch möchten wir auf die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes hinweisen, die man hier immer aktualisiert nachlesen kann.
Eckdaten
Offizieller Staatsname: Republik Kolumbien
Fläche: 1.138.910 km2
Bevölkerung: 43 Millionen
Hauptstadt: Bogotá
Staatsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt und Regierungschef: Alvaro Uribe (seit 2002)
Amtssprache: Spanisch
Ethnien: 58% Mestizen, 20% Weiße, 14% Mulatten, 4% Schwarze, 3% Afro-Indianer, 1% Indianische Urbevölkerung
Religion: 90% Katholiken
Reisehinweise
Einreisebestimmungen: Westeuropäer benötigen kein Visum, wenn sie als Touristen weniger als 60 Tage im Land bleiben
Währung: Kolumbianischer Peso (1 Peso=100 Centavos)
Medizinische Hinweise: fit-for-travel.de
Zeitzone: GMT/UTC -5; MEZ -6
Vorwahl: +57
Strom: 110 V, 60 Hz
Reisezeit: Kolumbien ist ein tropisches Land, durch das zerklüftete Relief ergeben sich jedoch extreme Temeperaturschwankungen auf kurzen Entfernungen. Als beste Reisezeit für einen Besuch Kolumbiens gelten die Monate Dezember bis April, wenn es in Mitteleuropa am kältesten ist. Dies gilt ebenfalls für Dschungelbesuche im Chocó und Amazonasgebiet sowie bei Bergbesteigungen in den Hochanden.
Landesinfos
Geografie
Kolumbien ist das viertgrößte Land des südamerikanischen Kontinents und das einzige, dass Küsten zum Pazifik und zur Karibik hat. In der Karibik liegen die beiden zum Land gehörenden Inselgruppen San Andres und Providencia. Die Grenzen teilt es sich mit Panama, Venezuela, Brasilien, Ecuador und Peru. Der westliche Landesteil ist durch Gebirge geprägt. Die 8000km lange Andenkette, die den gesamten südamerikanischen Kontinent durchstreift, teilt sich hier in einen westlichen, zentralen und östlichen Hauptkamm. Dazwischen liegen das Cauca- und das Magdalena-Tal mit ihren in die Karibik mündenden Flüssen. Neben der Andenkette gibt es noch die Sierra Nevada de Santa Marta, die sich die höchste Küstengebirgskette der Welt nennen kann. Mehr als 50% des Landes östlich der Andenkette ist Tiefland, bedeckt mit dichtem Regelwald und einem umfangreichen Flusssystem. Kolumbien verfügt über eine hohe Biodiversität mit beispielsweise 1920 Vogelarten (vom großen Kondor bis zum kleinen Kolibri). In Kolumbien gibt es 34 Nationalparks, zwölf staatliche Naturreservate und 120 private Naturschutzgebiete.
Geschichte
Auf kolumbianischem Boden hat es nie ausgedehnte Indianerreiche gegeben, wie die der Maya in Mexiko oder die der Inka in Peru. Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung hat man am Rande der Hochebene von Bogotá gefunden, deren Fundstücke etwa 10000 Jahre alt sind. Zu Beginn des 16. Jahrhundert kamen schließlich die Spanier, die u.a. am 6. August 1538 die heutige Hauptstadt Bogotá gründeten. Zur wichtigsten Stadt entwickelte sich jedoch Cartagena, der Hafen wurde zum großen Umschlagplatz des interkontinentalen Handels zwischen Spanien und Südamerika. Im 18. Jahrhundert folgte der spanische Erbfolgekrieg und das heutige Kolumbien, Venezuela und Ecuador formierten das Vizekönigreich Neu-Granada. Zum Anfang des 19.Jahrhundets erreichten die Vizekönigreiche ihre Unabhängigkeit, woran Simón Bolívar massgeblich beteiligt war. Die staatliche Identidät zu finden, brauchte dann im 19. Jahrhundert ziemlich lange, viele Bürgerkriege fanden statt. Innen- und außenpolitische Konflikte führten 1830 zum Zerfall von Groß-Kolumbien in Kolumbien, Venezuela und Ecuador. 1903 verlor Kolumbien Panamá an die USA, ein Tiefpunkt der amerikanisch-kolumbianischen Beziehungen. Zwischen 1948 und 1953 folgte dann das schwärzeste Kapitel des Landes: Der Bürgerkrieg "La Violencia" forderte 300.000 Menschenleben. Ausgangspunkt war eine schwere soziale Krise und das verlorene Vertrauen in den Staat. Der Staatsstreich von General Rojas Pinilla beendete das Blutbad und führte eine Militärdiktatur ein. Diese ging 1957 in ein Zweiparteienbündnis aus Liberalen und Konservativen über, die das Land für zwanzig Jahre in einer großen Koalition regierten. 1991 wird unter Präsident Gaviaria mit einer neuen Verfassung ein Neuanfang versucht, endlich sollte Frieden einkehren nach den innenpolitischen Problemen der letzten Jahrzehnte. Doch mehr denn je geriet Kolumbien durch die erstarkende Drogenmafia, Guerilla und Paramilitärbewegung in eine schwere politische und wirtschaftliche Krise, von der sich das Land in den letzten Jahren langsam wieder zu erholen scheint.
Guerilla und Paramilitärs
Die Formierung der Guerillabewegung Kolumbiens begann Mitte der 60er Jahre, beflügelt durch die Revolution auf Kuba. Sie entwickelte sich von einer ländlichen Selbstverteidigungsgruppe zu einer stramm militärisch geführten Guerilla mit marxistisch-leninistischer Ausrichtung. Die 15000 bis 17000 Kämpfer agieren in mehreren Dutzend frentes und bloques. Die einstigen Hilstruppen der Bauern leben heute von Lösegeldzahlungen aus Entführungen und sind in Drogen- und Waffengeschäfte verwickelt. Stärkste Widerstandsbewegung ist die FARC (bewaffneten Streitkräfte Kolumbiens). Die Paramilitärs sind eine seit den neunzigerer Jahren in den ländlichen Regionen vertretene selbsternannte anti-subversive Organisation, die die Guerilla militärisch besiegen möchte. Sie haben erklärt sich im Zuge des Friedesprozesses bis zu den Wahlen 2006 vollständig aufzulösen.
Kolumbien das Reiseland
Kolumbien ist seit jeher ein interessantes Reiseland. Allerdings hat sich durch die nicht gegebene Sicherheit Kolumbien Mitte der 90er Jahre als touristische Destinations verabschiedet. Erste 10 Jahre später nahmen Resieveranstalter die Destination wieder auf. Als erster deutscher Veranstalter macht viventura Gruppenreisen nach Kolumbien möglich. Nach und nach entschlossen sich dann weitere deutsche Veranstalter Kolumbien wieder ins Programm zu nehmen, wie aventoura, Ikarus, Trails Reisen und weitere.
Kultur
Kolumbien ist ein ethnisches Mosaik, was sich in der Kultur, Folklore, Kunst und Handwerk widerspiegelt. Die unterschiedlichen Wurzeln und Traditionen der Indios, Spanier und Afrikaner haben eine interessante Mischung hervorgebracht. Der bekannteste Autor des Landes ist Gabriel García Márquez, dessen Werke die Natur, Lebensrhythmen und -erwartungen Kolumbiens behandeñt. Neben dem Spanischen gibt es etwa 65 indianische Sprachen und nahezu 300 Dialekte, die auch immer noch gesprochen werden. Die kolumbianische Küche besteht hauptsächlich aus einem Stück Hühnchen, Schwein, oder Rind, Kartoffeln, Reis, Bohne und Suppe. Interessante regionale Speisen sind unter anderem der ajiaco, Suppe aus Hühnchen und Kartoffeln (in Bogotá). Hormiga culona einzigartig in Santander, Gericht mit gebratenen Ameisen lechona ganzes Schwein, gefüllt mit Reis und getrockneten Birnen (aus Tolima).
Sehenswertes
Bogotá
Die zentrale gelegene Hauptstadt Bogotá ist ein Querschnitt ganz Kolumbiens. Es mischen sich futuristische Architektur, verschiedene Kulturen und intellektuelles Leben mit kolonialen Kirchen und ausgezeichneten Museen. Es ist ein chaotischer, faszinierender und aggressiver Schmelztiegel, in dem sich Armut neben Wachstum befindet. Als Sehenswürdigkeiten sind zu nennen: das Goldmuseum, das Nationalmuseum, die Stiftung Botero, das Museum Santa Clara sowie die Kirchen Santa Clara, San Ignacio. Hinzu kommen das Viertel La Candelaria, das Cerro de Monserrate und der botanische Garten. 50km nordöstlich von Bogotá liegt das koloniale Städtchen Guatavita und dessen berühmte Lagune. Es ist ein rituelles Zetrum und ein heiliger See für die Muisca Indios und the cradle des El Dorado Myth.
Cartagena
Diese Stadt ist aufgrund seiner Geschichte und Schönheit legendär. Die ummauerte Altstadt, die UNESCO-Weltkulturerbe ist, besitzt eine Vielzahl von Kirchen, Plätzen, Herrenhäusern und Palästen. Man sollte einfach durch die Altstadt schlendern, wobei man an dem Inquisitionspalast dem informativen Museum für Goldarchäologie, der Pegasusmühle und dem alten Hafen an der Bahía de las Animas vorbeikommt. In Getsemaní, der weniger gut erhaltene und weniger touristische Teil außerhalb der Stadtmauern ist ebenfalls einen Rundgang wert.
Karibikküste
Die kolumbianische Karibikküste ist eine bunte Mischung auf 1600 km Küstenlinie und zählt zu den abwechslungsreichsten Küstenstreifen der Welt. Sie reicht von immergrünen tropischen Regenwäldern im Südwesten bis zur trocken staubigen Guajirawüste im Nordosten. Um Cartagena herum finden sich eine handvoll spanischer Festungen. Dazu gehört das Schloss San Felipe de Barajas aus dem 17. Jh., das die größte Festungsanlage ist, die die Spanier jemals in ihren Kolonien errichtet haben. Die Rosario-Inseln 35km südwestlich von Cartagena haben bezaubernde Korallenriffs und eine vielfältige Unterwasserwelt und sind daher bei Tauchern und Schnorchlern besonders beliebt. Weitere Highlights sind das Kolonialstädtchen Mompós, die Strände des Nationalpark Tayrona und die Sierra Nevada de Santa Marta, das höchste Küstengebirgskette der Welt.
San Andrés
Das Archipel liegt 750 km nordwestlich der kolumbianischen Küste und nur 230 km von Nicagragua entfernt in der Karibik. Die seepferdchenförmige Insel wurde vor allem durch seine zollfreie Einkaufszone beliebt, hat aber seine Schönheit und den Charme erhalten. Türkisblaues Wasser, weite Korallenriffs und eine reichhaltige Unterwasserwelt sind ein Paradies für Taucher und Schnorchler. Durch die typisch karibische Easy-Going-Atmosphäre, die gute touristische Infrastruktur bietet das Archipel die Möglichkeit, von der Außenwelt zu entfliehen.
Die Pazifikküste
Die Pazifikküste gilt als unerschlossendste Küstenrengion des tropischen Amerikas, gleichzeitig als eines der arten- und regenreichsten Gebiet der Erde. Rund 2000 Pflanzenarten werden als endemisch geschätzt, auch der Anteil der nur hier vorkommenden Vogel- und Amphibienarten soll der höchste in Südamerika sein. Die Bevökerung der von der Zivilisation noch wenig berührten Region ist meist afrokolumbianischer Herkunft,
Antioquia
Das Department Antioquia und dessen Hauptstadt Medellín unterscheidet sich wesentlich von den anderen Provinzen des Landes. Tiefe Täler und Schluchtes des Caucaflusses prägen das Bild der Region. Kein anderer Landstrich hängt mit solcher Inbrunst an seinen Traditionen. Ein Wanderstab ist Teil der männlichen Kleidung, genauso wie das Schultertuch und eine schwere Umhängetasche, der Carriel.
Der Südwesten
Zum Südwesten Kolumbien werden die Departments Huila, Valle, Cauca und Nariño an der ecuadorianischen Grenze gezählt. Tiefe Schluchten prägen die zerklüftete Landschaft. Quadratische Felder lassen die Berghänge wie Flickenteppiche aussehen. Vor der Ankunft der Spanier war hier der Einfluss der Inka besonders groß. Ein Beispiel sind die archäologischen Stätten von San Agustín und Tierradentro, deren Bewohner einen hohen Entwicklungsstand schon Jahrhunderte vor der Entdeckung Amerikas hatten. Daher wurden diese archäologischen Stätten 1995 von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt . Ein weiterer Höhepunkt ist die Universitätsstadt Popayán mit Museen, Kirchen und mit Kolonialgebäuden gesäumte Straßen
Die Llanos
Die Llanos sind ein ausgedehntes Busch- und Weideland im Osten, das bis zum Orinoko reicht, der die natürliche Grenze zu Venezuela bildet. Im Süden gehen die Llanos in die tropischen Regenwälder des Amazonas über.